Instrumentenpflege: (2) Das Versiegeln des Didjeridu


Eine der Fragen, die uns äusserst oft erreicht, ist wie man ein traditionelles Didjeridu versiegeln soll - oder ob man es überhaupt versiegeln soll.

Während die neueren Didjeridus von ihren traditionell arbeitenden Erbauern möglicherweise eine Art Versieglung auf der Aussenseite aufweisen (meist verdünnter PVA Klebstoff) und der Künstler vielleicht auch Acrylfarbe benutzt hat, sind vor allem ältere Instrumente mit Ocker (Erdpigmente) bemalt und haben überhaupt keine Versieglung.

Was sind also die Möglichkeiten?

Es belassen, wie es ist.
Puristen und Sammler erachten oft jegliche zusätzliche Arbeit, die durch jemand anderen als den Erbauer oder Künstler selber an einem traditionellen Instrument ausgeführt wird, als Eingriff auf die Authentizität und den eigentlichen Wert des Instruments. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Die Nachteile, ein Instrument nicht zu behandeln, sind die folgenden:
- Die Ocker Bemalung ist oft extrem heikel und lässt sich sehr leicht abreiben.
- Ein Instrument mit einem unbehandelten Luftkanal neigt dazu, Risse zu bekommen. Je länger es gespielt wird, desto grösser wird die Gefahr des Reissens: Im Holz entsteht Spannung durch die Atemfeuchtigkeit, die das Holz im Innern des Didjeridu ausdehnt, während die Aussenseite des Instruments trocken bleibt. Mehr Infos findest du auf der Seite Umgebungsfeuchte.


Die Bemalung
Traditionelle Instrumente sind normalerweise mit reinem Ocker, Ocker vermischt mit verdünntem PVA-Kleber oder mit Acrylfarben bemalt.

Ocker-Bemalung, auch wenn sie mit Klebstoff vermischt ist, ist oft nicht reibfest und löst sich durchs Anfassen ab. Wenn du damit leben kannst, o.k. Wenn nicht, wirst du das Instrument versiegeln müssen. Das Problem hier besteht darin, dass der Ocker sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert, da er ja nicht mit Fixativ behandelt ist. Wenn du also versuchst, irgendetwas aufzutragen, um es zu versiegeln, kann es passieren, dass du mehr Schaden anrichtest als Gutes tust, wenn das Auftragen die Bemalung zum Verlaufen bringt. Man muss extrem auspassen, was man hier benutzen will und am besten testet man an einer unauffälligen Ecke, was passiert. Was immer du auch tust: benutze nie einen Pinsel, um etwas auf die Ockerbemalung aufzutragen!

Wir empfehlen matten Acryl-Mattlack auf Wasserbasis zu benutzen, der minimale Lösungsmittel enthält. Für Ocker-Bemalung ist es äusserst wichtig, dass dieser Lack sehr schnell trocknet (ein bis zwei Minuten), da diese sonst verläuft. Es ist auch nötig, den Lack in sehr dünnen und gleichmässigen Lagen auf zu tragen (insgesamt mehrere Lagen). Die erste Lage muss dabei äusserst dünn sein. Die einfachste Art, das Didjeridu zu lackieren, ist Spray-Mattlack zu benutzen, den du in einem Bau- und Hobbyladen kaufen kannst. Wichtig ist, dass dieser Spray einen feinen Nebel versprüht. Wenn du Zweifel hast, frage einen Fachperson.

Die Instrumente von Serious Sticks haben den Anforderungen entsprechend versiegelte Bemalungen, ausser wir erhalten eine spezielle Kundenauftrag. Der Lack, den wir benutzen, bietet einen angemessenen Schutz, ist für das Auge aber unsichtbar - trotzdem muss das Instrument mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt werden.

Du kannst uns jederzeit kontaktieren, wenn du Fragen zu einem speziellen Instrument hast. Es gibt keine 100% verlässliche und wirkungsvolle Regel, die für alle Instrumente gilt.


Den Luftkanal versiegeln
Ein unbehandelter, natürlich belassenes Luftkanal sieht trocken und staubig aus. Es ist es auch!

Wir empfehlen den Luftkanal zu ölen. Öl beeinflusst den Klang minimal, wenn du Öl benutzt, dass gut in das Holz eindringt. Auch erlaubt Öl dem Holz, zu atmen - so kann der Grad der Feuchtigkeit im Holz sich langsam über eine längere Periode anpassen. Wenn man Lack benutzt, verändert das den Ton auf unnatürliche Weise. Auch können Probleme entstehen, wenn doch Feuchtigkeit irgendwo ins Holz gelangt, wo unabsichtlich kein Lack aufgetragen wurde. Diese kann dann nicht so einfach entweichen.

Über die Frage, welches Öl man verwenden sollte, gibt es verschiedene Theorien, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Wir benutzen eine Mixtur aus Tungöl, Leinöl, Orangen- und Eukalyptusöl. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieses Öl ein guter Kompromiss ist zwischen Ölen, die sehr hart werden, fast so hart wie Lack, und dünnen Ölen, die nie wirklich trocknen und dann eventuell ranzig werden oder Nährboden für Pilzbefall sein können.

Wie oft man ein Instrument ölen sollte, ist schwierig zu beantworten. Das ist abhängig davon, wie viel ein Instrument benutzt wird: wie lang und auch wie oft. Als generelle Regel empfehlen wir, 2 bis 3 Mal pro Jahr zu ölen. Das Ölen für den Winter ist zweifelsfrei doppelt wichtig.

Wie man das genau macht, ein Didjeridu zu ölen, zeigen wir euch HIER